Ab 1890 kam neben der Zucht des edlen Halbblutpferdes (Zweibrücker Schlag) in der Westpfalz und mittleren Vorderpfalz noch die Zucht des schweren Arbeitspferdes.
Es entstanden Hengsthaltungsgenossenschaften, 1896 in Billigheim, dann 1900 in Frankental, Donnersberg-Langmeil, Rockenhausen, Hundheim und Kusel.
1906 kam es dann zur Gründung eigener Zuchtvereinigungen und zu der Anlage von Zuchtbüchern. Die Pfalz gehörte zu Bayern. Nach dem 1.Weltkrieg wurde das Zuchtbuch nach den gemeinschaftlichen Vorschriften für ganz Bayern neu angelegt. Es wurde nur noch unterschieden zwischen dem Zuchtbuch für den veredelten schweren Wagenschlag und für den schweren Arbeitsschlag.
Auch Mitte der 50er Jahre blieb das Zuchtziel beim Pfälzischen Kaltblut auf die Züchtung eines leichten bis mittelschweren, leichtfuttrigen, temperamentvollen, gängigen, trockenen, behangarmen und gutartigen Wirtschaftpferdes gerichtet.
Auf Ausgeglichenheit des Hengstmaterials wurde von seitens des Gestütes Zweibrücken wertgelegt. Als guter Vererber des Ardennertyps erwiesen sich die Hengste Archibald, Artist und Marius. Für die Zukunft sollte es darauf ankommen den Pfälzischen Ardenner noch etwas leichter und edler, d.h. noch trockener und gängiger zu machen. Hierbei sollte die maßvolle Verwendung von Ardennern mit arabischen Blutanteilen eine wichtige Rolle spielen.
Im Jahr 1951 standen im Landgestüt Zweibrücken 16 Hengste zur Verfügung, davon gehörten 13 dem Ardennerschlag an. Im Privatbesitz befanden sich noch außerdem 21 Hengste in der Zucht. Schon 1949 hatte der Landesverband der Pferdezüchter 25 typvolle Zuchtstuten aus Frankreich eingeführt und an Züchter in der Pfalz verteilt. Auch vom Linslerhof Saar, aus der Zucht der Familie von Boch, sind 10 Ardenner, davon 5 Hengste in die Pfalz gekommen.
Als guter Vererber erwies sich der 1931 geborene Hengst "Helder". Seine Nachzucht konnte in Landau 1950 mit 9 Stuten und seinem bekannten Sohn "Marius" einen ersten Preis erringen. Der Hengst "Marius" vertrat mit dem Hengst "Baronet" und 6 Stuten die Rheinpfalz auf der DLG 1955 in München und wurde in der kleinen Abteilung der Rheinisch-deutschen Kaltblutpferde mit dem Siegerpreis ausgezeichnet. Bei den Stuten hinterließ die vierjährige Stute "Wilmeth" den besten Eindruck. "Sie war richtig in Form und im Typ am Klarsten, bei herrlichstem Gesichtsausdruck", so Herr Prof. Dr. Hans Löwe, Hannover, in seiner Berichterstattung.
"Marius" war als Rappe eher eine Ausnahme, es überwogen die Schimmelfarben.
Der Hengst "Götz" wurde 1956 gekört und in die Leistungsklasse 1 eingetragen und deckte bis 1959 überwiegend auf der Deckstelle in Alzey. Mit über 1000 Bedeckungen war der Hengst "Master" einer der gefragtesten Kaltbluthengste dieser Zeit. Mit dem Einzug der Mechanisierung in der Landwirtschaft gingen die Zahlen der Bedeckungen auf 87 im Jahre 1962 zurück. Dementsprechend reduzierte sich die Zahl der Hengste, bis 1971 der letzte Kaltbluthengst das Gestüt verließ.
Die letzten Hengste waren Gabardin, Gallus, Tango, Herzbube und Amboss. In den folgenden Jahren führte die Pfalz-Ardennerzucht ein eher bescheidenes Dasein. Im Jahre 1998 wurde der Rapphengst Crie gekört. "Crie" wirkt sich in den folgenden Jahren sehr positiv auf die Pfalz-Ardennerzucht aus. Er verschaffte dem Pfalz-Ardenner wieder zu einer ungemeinen ausdruckstarken mit sehr lockeren Bewegungen, im mittleren Rahmen. Zu erwähnen ist auch der Hengst "Jumbo" von Julist, der noch mit 20 Jahren gekört wurde aber nur einige Pfalz-Ardennerfohlen brachte.
Seit Anfang 2000 erfreut sich der Pfalz-Ardenner wieder großer Beliebtheit. Der mittelrahmige, etwas leichtere Kaltblüter mit gehobener Gangqualität, erfreut sich aufgrund seiner vielseitigen Verwendung dieser Beliebtheit.
Um im Zuge der EU-Richtlinien die rechtliche Grundlage für die Zucht des Pfalz-Ardenner zu schaffen, wurde vom Zuchtverband die Führung des Ursprungzuchtbuches beantragt und genehmigt. Das Zuchtbuch ist seit jeher offen. In der nun rund 100 Jahre zurückliegenden Pfalz-Ardennerzucht im Zuchtgebiet von Rheinland-Pfalz-Saar orientierte sich die züchterische Arbeit klar am Zuchtziel und nutzte die Vorzüge folgender Rassen: Ardenner, Comtois, Süddeutsches Kaltblut, Schweden-Ardenner und Rheinisch Deutsches Kaltblut.
Bei der Hereinnahme dieser Rassen zur Veredelung, ist dem Erhalt der rassespezifischen Merkmale des Pfalz-Ardenner in besonderem Maße Rechnung zu tragen.
Vor dem Hintergrund der Konsolidierung der Rasse Pfalz-Ardenner sieht das aktuelle Zuchtprogramm vor, dass ab dem Geburtsjahrgang 2007 ein Pfalz-Ardenner mindestens ein Elternteil der Rasse Pfalz-Ardenner vorweisen muss.
Zurzeit stehen den Pfalz-Ardennerzüchtern 7 Hengste zur Verfügung: Crie, Couronne de Courageux, Arcos de Rodange, Wargo, Mannheimer, Janosch und Adlon.